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___ ♫ wunderbar ♫ ___ Eine neue Heimat für die Orgel der Apostelkirche

25. Februar 2018: Es ist kalt. Es schneit. In dem kleinen Örtchen Klein-Offenseth-Sparrieshoop, nordwestlich von Hamburg, findet um 10.00 Uhr ein besonderer Gottesdienst statt. An diesem Sonntag hält ihn Frau Pastorin Antje Stümke. Schon am Eingang begrüßt sie meine Frau und mich sehr herzlich.

Die kleine Kirche ist ziemlich neu. An beiden Seiten des Kirchraums reichen hell gekälkte Holzbretter schräg nach oben, ahmen innen so die Dachform nach und enden schließlich unterhalb waagerecht angebrachter Glasfenster. Trotz des Schnees, der sich außen auf diesen Lichtkuppeln angesammelt hat, erscheint die Kirche innen hell und freundlich. Auch hinter dem Altar findet das Licht einen Weg ins Innere der Osterkirche. Schön.

Trotz der Kälte draußen wird es uns warm ums Herz. Hier hat sie also ihre neue Heimat gefunden: „Unsere“ Orgel aus der zweiten Apostelkirche. Als sie im März 2013 abgebaut wurde, war es draußen auch frostig und es lag Schnee in Bochum-Querenburg. Bis 2017 stand die Orgel dann beim Möbelspediteur in einem Container. 1977 war sie in Dresden bei der VEB Jehmlich Orgelbau gebaut und dann in die neue Apostelkirche im ökumenischen Kirchenforum eingebaut worden.

Spielbar ist sie schon

Nun an diesem 25. Februar 2018 (Sonntag Reminiszere) soll sie also zum allerersten Mal in der Osterkirche im Gottesdienst erklingen. Die Orgel hat ein neues Gehäuse bekommen. Äußerlich angepasst an das Holz in der Kirche. Fast alle Register sind eingebaut. Spielbar ist sie schon. Aber für die beiden Orgelbauer der Fa. Freiburger Orgelbau | Hartwig und Tilmann Späth OHG, die ebenfalls im Gottesdienst anwesend sind, gibt es noch einiges zu tun. Davon zeugen die großen Holzkisten, die sich hinten in der Osterkirche noch stapeln.

Nun beginnt der Gottesdienst. Gut besucht. Auffallend viele KonfirmandInnen sind da. Der Altersdurchschnitt der anwesenden Gemeindeglieder ist nicht sehr hoch. Die Orgel erklingt zum Vorspiel. Dr. Paul Raab spielt. Einst Querenburger, jetzt in Sparrieshoop ansässig. Er war es, mit dem es eine Freude war, die Angelegenheit des Verkaufs der Orgel der Apostelkirche nach Sparrieshoop zu regeln. Er gründete einen Förderverein, überzeugte die dortigen Gremien, ging auch höchst persönlich ein Bürgschaftsrisiko ein und ich tat in Querenburg alles, was hier nötig war, damit das Presbyterium zustimmte und die Orgel nun wieder regelmäßig in dieser Kirche zum Gottesdienst erklingen kann. Und nun ist es soweit.

Zum Lobe Gottes

Den warmen, weichen Klang der Orgel, an der in der Apostelkirche zumeist Christine Köster saß und mit der ich fast 30 Jahre lang Gottesdienste feiern durfte, erkenne ich sofort wieder.

Wunderbar. Meine Frau und ich freuen uns mit der Gemeinde in Sparrieshoop über das Wunder, dass dort in diesen Zeiten eine Kirche gebaut werden konnte und über das zweite Wunder, dass die Orgel der Apostelkirche nun dort wieder zum Lobe Gottes in jedem Gottesdienst erklingen kann. Wunderbar.

Die offizielle Einweihung ist für den 3. Juni 2018 geplant.

Michael Wuschka, Pfarrer i.R.

Blick in die Osterkirche © B. Wuschka

Die neue Orgel in der Osterkirche Sparrieshoop © B. Wuschka

Probespiel in der Orgelbauwerkstatt Späth in Freiburg am 18.1.2018

Fotos im Seitenkopf: © Canan Maaß