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Neues vom Izimbya Hospital

Erstellt am 23.01.2018

Liebe Gemeinde in Querenburg!

Nun sind es bald schon 16 Jahre, dass wir aus der Gemeinde Querenburg weggezogen sind, zunächst in das ostafrikanische Tansania und dann nach Werther in Ostwestfalen. Deshalb freut es uns besonders, dass durch den Kindergottesdienst zunächst im Kirchenforum und dann im Hustadtzentrum über die Kollekte immer noch das kleine Krankenhaus in Izimbya unterstützt wird. Wie wichtig diese Hilfe ist, zeigt der aktuelle Bericht der Medizinstudentin Esther Wittmann. Mit dem beachtlichen Betrag von 3000,- Euro, der über einen längeren Zeitraum hinweg gesammelt wurde, kann nun die Wasserversorgung erneuert und eine neue Pumpe gekauft werden.

Frank Beier

„Gleich fahren wir über den Berg, dann haben wir einen wunderschönen Blick über die Ebene und den See und du kannst das Krankenhaus sehen! Hast du schon Hunger?“, fragte mich Dr. Lilian Kafuruki, während wir auf dem Beifahrersitz des Krankenhausjeeps auf und ab hüpften. Ich war mit ihr auf dem Weg in das kleine Krankenhaus von Izimbya, das Ihre Spendengelder für den Bau einer neuen Wasserpumpe erhalten hatte.

Dr. Kafuruki hatte Recht, Izimbya ist traumhaft schön in einer grünen Ebene nahe des Lake Ikimba westlich des Viktoriasees gelegen. Man kann das Dorf über rotsandige Landstraßen mit dem Auto erreichen; die Patienten kommen allerdings meist zu Fuß, hinten auf einem Motorrad oder in einem der waghalsig vollgeladenen Minibusse.

Dr. Kafuruki hatte ich im deutlich größeren Nachbarkrankenhaus Ndolage kennengelernt, wo sie seit einem Jahr als Gynäkologin arbeitet. Ndolage und Izimbya fallen unter die Zuständigkeit derselben Diözese und arbeiten in vielerlei Hinsicht zusammen, z.B. werden oft kompliziertere Fälle von Izimbya nach Ndolage gebracht. Mit Lilian hatte ich die ideale Begleitung auf meinem Ausflug, denn bis vor kurzem war sie dort die Chefärztin gewesen und in der Gegend aufgewachsen.
   
Deshalb musste sie auch manchmal schmunzeln, wenn ich Fragen zur Wasserknappheit in Izimbya stellte, deren Antworten für sie selbstverständlich waren. Der Anblick der grünen fruchtbaren Ebene mit dem glitzernden See darin täuschte nämlich ein wenig, da ich das Krankenhaus im November während der kleinen Regenzeit besuchte. In den Sommermonaten ist die Gegend ausgedörrt und auch der See trocknet teils aus. Deshalb wird überall auf dem Krankenhausgelände das Regenwasser in Zisternen aufgefangen und so lange wie möglich in der Trockenzeit genutzt. Das gespeicherte Wasser reicht jedoch bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Man bedenke nur, wie viel Wasser man zum Waschen von Wäsche, zum Putzen oder in der Patientenversorgung benötigt. Deshalb gibt es eine ca. 3km entfernte Wasserpumpe, mit deren Hilfe Wasser zum Krankenhaus gepumpt wird. Allerdings ist das Rohrleitungssystem in die Jahre gekommen und auch die Pumpe fördert nicht mehr genügend Wasser. Aus diesem Grund benötigte man den Bau einer neuen Pumpe, die tiefer in die Erde reicht und  neue Rohre, damit das Krankenhaus in Zukunft zuverlässig mit sauberem Wasser versorgt werden kann.

Das Krankenhaus ist verhältnismäßig gut ausgestattet: es besitzt ein angeschlossenes Labor, ein Röntgen- und ein Ultraschallgerät, einen kleinen OP-Saal und vier Stationen für Frauen, Schwangere, Männer und Kinder. Dennoch sind viele Dinge nach unseren Maßstäben ungewöhnlich und oft der Not geschuldet. Die Kinderstation z.B. ist einfach ein großer Raum mit 20 Bettchen und es gibt keine Waschmaschine, sondern unter großen Bottichen wird ein Feuer gemacht und die Wäsche darin ausgekocht. Und da es nur einen Anästhesiepfleger gibt, musste Dr. Kafuruki oft Babys natürlich zur Welt bringen, obwohl ein Kaiserschnitt sicherer gewesen wäre.

Unter all diesen Problemen und Herausforderungen, mit denen die Ärzte und Pfleger täglich konfrontiert werden, war allerdings die Wasserknappheit das dringendste. Und diese wird hoffentlich bald Geschichte sein, wenn alle Anträge genehmigt sind und mit dem Bau der neuen Pumpe begonnen werden kann.

Ihnen möchte ich ein herzliches „Asante sana!“ - „Vielen Dank!“ - von allen Mitarbeitern aus Izimbya überbringen. Mit Ihrer Hilfe konnte dort viel bewegt werden!

Satellitenaufnahme bei Google Maps  (GPS 1°33'14.99"S   31°27'32.69"E)



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Fotos im Seitenkopf: © Canan Maaß