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19. Juni 2018: Christen im Orient. Eine Vortragsreihe

Dienstag, 24. April 2018 um 19.30 Uhr in der Mensa des Ökumenischen Studienwerks, Girondelle 78 (neben dem Thomaszentrum)
Dr. Claudia Rammelt (Evangelisch-Theologische Fakultät der RUB):
Christliche Vielfalt im Orient in Vergangenheit und Gegenwart

Montag, 7. Mai 2018 um 19.30 Uhr im Thomaszentrum, Girondelle 82
Jan Gehm (Student der evangelischen Theologie):
Zu Gast in einem zerrissenen Land – Ein Reisebericht aus dem Nordirak

Mittwoch, 16. Mai 2018 um 11 Uhr im Evangelischen Hustadtzentrum,
Auf dem Backenberg 8:
Austausch mit dem maronitischen Priester Jihad Nassif aus Homs, Syrien, über seine Erfahrungen während der kriegerischen Auseinandersetzungen und die Aufgaben des Wiederaufbaus

nächster Termin

Dienstag, 19. Juni 2018 um 19.30 Uhr in der Mensa des Ökumenischen Studienwerks, Girondelle 78
Dr. Claudia Rammelt und Jan Gehm:
Christlich-muslimische Koexistenz – Beispiele aus den Jahrhunderten

 

Info-Zettel (PDF, A5, 2 S., 181 KB)

Plakat (PDF, A3, 210 KB)

16. Mai 2018 (PDF 256 KB)

 

Christen im Orient – Christen in Not

Eine Vortragsreihe der Evangelischen Kirchengemeinde Querenburg

Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Große Hoffnungen, die etwa in den Arabischen Frühling gesetzt wurden, sind in Ernüchterung umgeschlagen. Zerstörung durch Krieg und Unruhen ist überall spürbar. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind keineswegs Realität. Besonders stark betroffen sind gerade die ethnisch-religiösen Minderheiten in der Region. Sie aber sind wesentlich für die Vielfalt des Nahen Ostens. Neben Jesiden, Turkmenen, Schabak und Kurden gehören auch die Christen dazu.

Die Wiege des Christentums liegt im Nahen Osten, doch gerade dort sind Christen furchtbaren Verfolgungen ausgesetzt, nicht erst heute. Zum ältesten Bestand des Christentums gehören die dortigen Kirchen, die teilweise direkt auf die Missionstätigkeit der Apostel zurückgehen. Ägypten hat beispielsweise die größte christliche Gemeinschaft in der Region mit der koptischen Kirche, die ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurückführt. Die Assyrische Kirche des Ostens hat eine besonders große geografische Ausdehnung mit Angehörigen u.a. im Irak, Iran, Syrien und Indien und beruft sich auf die Apostel Bartholomäus, Thaddeus und Thomas.

Die Vielfalt der Kirchen im Orient ist zunehmend durch Extremismus und politische Instabilität bedroht. Man schätzt, dass heute der Anteil der Christen im Nahen Osten etwa 5% oder weniger beträgt, vor 100 Jahren waren es noch 20%. Ein beachtlicher Anteil der Angehörigen etlicher Kirchen aus der Region lebt im Exil in westlichen Ländern, z.T. in Deutschland.

Wir wissen kaum etwas über unsere Glaubensgeschwister im Orient. Mit ihren vielfältigen theologischen Traditionen und ihrem starken Glauben haben sie uns aber viel zu sagen. In dieser Vortragsreihe wollen wir mehr über ihre Traditionen und Gegenwart lernen. Wie leben und glauben sie? Worunter leiden sie, worauf hoffen sie?

Die interessierte Öffentlichkeit ist freundlichst mit eingeladen.

Beim ersten Vortrag am 24. April um 19.30 Uhr in der Mensa des Ökumenischen Studienwerks (Girondelle 78) wird uns Dr. Claudia Rammelt (Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum) die Entstehungsgeschichte und Theologie des orientalischen Christentums in seinen verschiedenen Formen näherbringen. Man wird in die Geschichte der dortigen christlichen Konfessionen eintauchen und deren konfessionelle Vielfalt kennenlernen.

Am 7. Mai wird Jan Gehm (Student der evangelischen Theologie und Mitarbeiter der Fakultät) über seine Reise mit einer Delegation der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in den Nordirak zur Unterstützung einer dortigen Hilfsorganisation berichten. Wir werden alte Klöster, zerstörte Kirchen und mutigen Aufbruch sehen.

Kurzfristig konnten wir eine weitere Veranstaltung anberaumen: Am Mittwochvormittag, dem 16. Mai, um 11 Uhr haben wir im Hustadtzentrum Gelegenheit zu einem Austausch mit dem maronitischen Priester Jihad Nassif aus Homs, Syrien, über seine Erfahrungen als Gemeindepfarrer während des syrischen Bürgerkrieges und über die gegenwärtigen Herausforderungen. Im Rahmen der Vortragsreihe an der Ruhr-Universität „Religion trifft Politik – Minderheiten im Nahen Osten“ hält er bereits am Dienstagnachmittag, dem 15. Mai, um 16 Uhr einen Vortrag zu dieser Thematik im Universitätsforum (ehemals Kirchenforum).

Im abschließenden Vortrag am 19. Juni werden Dr. Claudia Rammelt und Jan Gehm über das Zusammenleben des Christentums mit dem herrschenden Islam im Laufe der Jahrhunderte referieren. Wir werden u.a. eines der ganz alten Zeugnisse des christlich-islamischen Dialogs aus dem 8. Jahrhundert kennenlernen, einen heute noch lesenswerten Dialog der Religionen.

 

Fotos im Seitenkopf: © Canan Maaß